[Thread/Rant]
Bei einem #Azubi-#Mindestlohn von 515€ bleiben netto etwa 420€ übrig. Dann rechnen wir doch mal durch, wie royal es sich damit leben lässt.

Da ich mich als Azubi erdreiste, zu wohnen, gehen gleich mal 200€ für meine Miete drauf. Strom und Internet wären auch noch ein nice to have (60€), und sobald du eine Wohnung hast, hält auch die GEZ mächtig die Hand auf (17,50€).

Das wären 275€ bei mir nur für's Wohnen. Und ich habe Glück. Ich wohne in einer Stadt mit vergleichsweise niedrigen Mieten, und nicht in Hamburg oder Berlin.

Um nun mein üppiges Managergehalt zu kassieren, müsste ich erstmal zur Arbeit und zur Berufsschule kommen. Das heißt: Monatsticket, in Rostock etwa 45€.

(Für mich als Auszubildende ist der ÖPNV übrigens teurer als für Studierende, weil Semesterticket gibt es für uns nicht. Macht in meiner Stadt einen Unterschied von 15€/Monat.)

Von unseren 515€ haben wir jetzt noch 100€ über. Doch bevor wir die jetzt in Aktien und Uhren investieren, fällt uns ein:

Verdammt, der Mensch muss essen. Und er braucht Kleidung. Scheiß Luxusbedürfnisse.

Plötzlich ist da so ein komisches Minus vor unserem Kontostand und langsam dämmert es uns, dass uns irgendwer verarscht hat. Waren wir nicht gerade 40 Stunden arbeiten?

In der Rechnung sind noch keine Freizeitausgaben berücksichtigt, kein Handyvertrag, kein Urlaub, keine Rücklagen für Notfälle, you name it.

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@ion fehlt da nicht noch die Krankenversicherung? Und Kontofūhrung fällt mir noch ein.

@lexi Die Sozialversicherung ist das, was den 100 €-Unterschied zwischen brutto und netto ausmacht. Sind Kontogebühren noch a thing?

@ion weiss nicht, ich muss noch welche zahlen, habe aber eine Weile nicht in Deutschland gewohnt

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